Schweizer Monat
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Richard Sulík, Gunnar Heinsohn, Computer und Iso Camartin
Von René Scheu
Wer noch vor wenigen Monaten einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum öffentlich in Erwägung zog, wurde wahlweise als Populist, Nationalist oder Verräter der europäischen Idee hingestellt. Mittlerweile gehören Spekulationen über EU-Austritts- und Untergangsszenarien zum Tagesgeschäft. Der slowakische Ökonom und Politiker Richard Sulík hat die Strategie einer Vergemeinschaftung der Schulden in der EU von Anfang an lautstark kritisiert.... » Mehr
Von René Scheu
Hermann Burger ist der Dichter der «Schweizer Monatshefte». Unser alter Zettelkasten listet über 40 Beiträge auf, die Burger für diese Zeitschrift verfasst hat, den ersten im Jahre 1968 in Form mehrerer Gedichte, den letzten 1986, drei Jahre vor seinem Suizid. Während zwei Jahrzehnten hat Burger für die «Schweizer Monatshefte» in seiner typisch obsessiven Manier Neuerscheinungen der Schweizer Literatur besprochen, säuselnd, polternd, immer...
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Von Christian P. Hoffmann
Sehen Sie einen grossen Ansturm fremdländischer Einwanderer auf sich zukommen? Haben Sie Angst vor Überfremdung? Kein Problem, auf Wunsch macht die Politik die Grenzen dicht.
Bereiten Ihnen internationale Währungsschwankungen Sorgen? Sind Sie der Meinung, die Finanzmarktakteure würden den Schweizer Franken unfair behandeln, wenn am Ende eine Parität zum Euro steht? Kein Problem, der Staat führt kurzerhand eine Wechselkursuntergrenze ein.
Kümmern Sie sich um... » Mehr
Von Xenia Tchoumitcheva
«Gleichgewicht und Leichtigkeit bringen inneren Frieden und Gelassenheit.» Die Erkenntnis, die Zen-Theoretiker seit über 2000 Jahren verinnerlicht haben, sucht in der modernen Welt nach neuen Anwendungsformeln. Nicht zu viele Partys feiern – stattdessen gemütlich im Wohnzimmer-Outfit vor dem TV sitzen. So entspannt sich der gestresste Mensch und schöpft neue Kraft. Aber warum kommen wir überhaupt darauf, uns diese Gedanken über Ausgeglichenheit zu... » Mehr
Von Wolfgang Sofsky
Die Zeiger sind abgebrochen, die Hälfte des Zifferblatts ist verschwunden. Bruchsteine ragen hervor, die nur mehr notdürftig von Mörtelresten gehalten werden. Es ist, als habe ein riesiges Beil den Uhrenturm der Länge nach entzweigehauen. Der Kreis der Zeit ist zerspalten. Die eine Hälfte ist unsichtbar, der Blick geht hinaus in einen milchig verhangenen Himmel, der dem Auge keinerlei Anhaltspunkte bietet. Die linke Seite ragt noch auf, ein bizarrer Überrest, eine...
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Von Andreas Thiel
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Von Andreas Kley
Die folgenden Überlegungen knüpfen an eine Meldung an, die die SBB betrifft und in verschiedenen Zeitungen kursierte. Sie figuriert leider nicht in den Medienmitteilungen der SBB – aus verständlichen Gründen.
Es geht um eine Bahnfahrt, die am 19. März 2012 von Zürich nach Bern im Schosse der SBB stattfand. Auf der Höhe von Schönenwerd meldete sich per Lautsprecher eine sympathische Stimme mit der Ansage: «Nächster Halt: Bahnhof... » Mehr
Richard Sulík hat die eigene Regierung zu Fall gebracht. Er hat dafür gesorgt, dass Brüssels Politiker einen Moment die Luft anhielten, als er gegen den Euro-Rettungsschirm stimmte. Nun zieht der unangepasste Slowake durch die europäischen Lande. Und kommt sich manchmal vor wie ein Zeuge Jehovas.
Von René Scheu, Richard Sulík
Herr Sulík, in Europa jagt ein Krisentreffen das nächste. Beginnen wir also fundamental: Wie steht es um das Europa von Frieden und Freiheit, von dem die Gründerväter träumten?
Ich würde sagen: Die Lage ist hoffnungslos, ansonsten aber nicht weiter ernst. Die Politik des «Es gibt keine Alternative» kommt an ihr Ende. Ich erlebe diese Zeiten sehr intensiv – und ich denke dabei oft an meine kleine Tochter, der ich im Rückblick einmal...
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Was ist Geld? Die Mainstreamökonomen verstehen nicht, was Geld ist, sagt Gunnar Heinsohn. Darum begreifen sie auch nicht, wie Zins, Geldmarkt und Banken funktionieren. Der deutsche Denker provoziert die ökonomische Zunft – und präsentiert eine durchdachte Gegensicht.
Von René Scheu, Gunnar Heinsohn, Claudia Mäder
Für das Geld scheint zu gelten, was Augustinus einst über ein anderes knappes Gut sagte: «Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiss ich’s, will ich’s aber einem Fragenden erklären, weiss ich’s nicht.» Können Sie erklären, was Geld ist?
Das ist eigentlich gar nicht so schwer. Am besten vergessen Sie erst mal alles, was Sie über Geld wissen bzw. zu wissen glauben. Okay?
Einverstanden.
Also gut, auf geht’s: Geld...
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Was ist Geld? Wenn die Nationalbank die Geldmenge um Hunderte von Milliarden ausweitet, erhebt sie eine unsichtbare Steuer. Diese trifft die einen mehr als die anderen. Aber weder die einen noch die anderen können an der Urne intervenieren. Einspruch!
Von Lukas Reimann
Ich beginne mit einer simplen Erkenntnis: Der Mensch ist in dem Sinne ein materielles Wesen, dass er auf Dauer nicht allein von Illusionen leben kann.
Nur weil die Zentralbanken immer mehr Geld drucken, gibt es nicht mehr Arbeitsplätze auf der Welt.
Indem Staaten ihre Schulden mit neuen Schulden begleichen, verschwinden die Schulden nicht einfach.
Illusionen haben einen Preis für jene, die sie nicht als solche durchschauen. Die einen profitieren, die anderen bezahlen. Zum... » Mehr
Selbst amerikanische Firmen glauben an die Schweizer Datensicherheit, sagt der Unternehmer Franz Grüter. Ein Gespräch über Rambomethoden des FBI, gute alte helvetische Werte und die Neutralität als Businessmodell in bewegten Zeiten.
Von René Scheu, Franz Grüter
Herr Grüter, ich habe in der «Süddeutschen Zeitung» einen Satz von Ihnen gelesen, der mir haften geblieben ist: «Daten sind das neue Geld der Schweiz.» Haben Sie den Bankenplatz Schweiz mental bereits begraben?
Der Satz hat eine provokative Spitze, und die habe ich bewusst gewählt. Die Schweiz steht für fundamentale Werte: Vertrauen zwischen Staat und Bürger, Diskretion, Zuverlässigkeit, Stabilität. Das Problem ist, dass immer mehr...
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Universität nach «Bologna»: Wie neue bürokratische Anreize die Freiheit von Studium und Lehre neu definieren*
Von Philipp Sarasin
Wie steht es um unsere Universitäten im Zeitalter von «Bologna»?
Universitäten sind überaus komplexe Gebilde, Institutionen mit zum Teil jahrhundertealten Traditionen, und daher naturgemäss nicht leicht zu reformieren. Was die beste Organisation von Forschung sei, wie eine «gute» Ausbildung auszusehen habe und welches genau die gesellschaftlichen Funktionen der Universität seien, hängt von zu vielen unterschiedlichen Zwängen,...
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Von Rahel Senn
Als ich meinen Vertrag an der Raffles Institution in Singapur unterschrieb, hatte ich keinen blassen Schimmer, was mich dort erwarten würde. Ich wusste nur, dass es meine Aufgabe war, das interdisziplinäre Musikdepartement aufzubauen. Nachdem die Eliteschule Singapurs in allen Sparten der Wissenschaften und auch im Sport Gipfelstürmer hervorgebracht hat, ist nun die Kunst an der Reihe. Dafür hat man Botschafter aus dem Ausland importiert. Eine davon bin ich. Als ich am ersten... » Mehr
Von Redaktion
Diese Zeilen erschienen auf bedrucktem Papier. Sie mögen dieses Leseverhalten als veraltet empfinden. Und obwohl Sie damit nicht allein wären, haben wir darauf verzichtet, im Heft nur einen QR-Code zu drucken. Sie wissen schon, diese briefmarkenähnlichen Pixelbilder, auf die Sie dann Ihr Mobilgerät hätten halten können, um via App direkt auf dieser Website zu landen. Nein, damit haben wir Sie verschont. Denn ob Sie technophil sind oder nicht: Ihr Leben ist schon...
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Die Informatik ist eine der Leitwissenschaften des 21. Jahrhunderts. Sie ist der Stoff, aus dem die Welt von heute gemacht ist. Sie müsste zur Allgemeinbildung gehören wie einst die klassische Literatur. Tut sie aber nicht. Warum nicht?
Von Juraj Hromkovic
Die Schweiz ist stolz auf ihre Bildung. Sie versteht sich seit den Bewegungen zur Volksbildung zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Bildungsnation. Es spricht für die Bildungsreformatoren, die Politiker und die Bürger, früh begriffen zu haben, dass Bildung der wichtigste Rohstoff ist, über den die Schweiz in grossen Mengen verfügt. Dabei bedeutet Bildung letztlich nichts anderes, als mental auf der Höhe der Zeit zu sein. Heute leben wir in einer... » Mehr
Milliarden von kleinen Computern wirken im Hintergrund. Sie erleichtern das Leben selbst des grössten Technikskeptikers, ohne dass dieser etwas davon merkt. Und sie werden unser Zusammenleben weiter revolutionieren. Bleibt der Mensch Herr der Technik?
Von Claudia Mäder, Anton Gunzinger
Herr Gunzinger, Sie haben 1992 den schnell­s­ten Computer der Schweiz gebaut und sind mit diesem Gerät an der Schnellcomputer-WM auf dem zweiten Platz gelandet. Welchen Rang würde das damalige Modell heute erreichen?
Der Computer würde es gar nicht mehr ins Klassement schaffen! Als Faustregel gilt: Nach 10 Jahren findet sich ein einstiges Siegermodell im hintersten Bereich der Top-500. Und dort endet dann auch die Statistik; was langsamer ist, fällt raus. Nach...
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Informationen sind stets verfügbar. Sie sind gratis. Sie sind in unendlicher Fülle vorhanden. Doch wissen wir erstaunlich wenig über unsere Welt. Das ist die Grundbedingung, in der wir im Informationszeitalter leben. Wie gehen wir damit um?
Von Guy Kirsch, Jürg Kohlas
Ein Neandertaler, der keine Informationen über sich und seine Umwelt empfangen, gesendet, gespeichert und verarbeitet hätte, wäre nicht alt geworden, und eine Horde von Urmenschen, deren Mitglieder keine Informationen ausgetauscht hätten, wäre erst gar nicht entstanden. So gesehen, ist die Informationsgesellschaft eine alte Erscheinung. Trotzdem ist es symptomatisch, dass sie gerade heute zu einem zen­tralen Thema des gesellschaftlichen Diskurses geworden ist. Dies... » Mehr
Wie ein IT-Start-up die Sportübertragungstechnik revolutionierte – und warum das keinem aufgefallen ist
Von Stephan Würmlin Stadler
Denkt man an erfolgreiche Industrien in der Schweiz, so kommen den meisten Uhren und Nahrungsmittelgrosskonzerne in den Sinn. Aber im IT-Bereich, so die landläufige Meinung, habe die Schweiz weltweit wohl eher wenig beizutragen – ein Irrtum, der grösser kaum sein könnte. Denn auch wenn Facebook, Google und Co. nicht in der Schweiz gegründet wurden: Technik von hier steckt in vielen Dingen, sogar in TV-Sportübertragungen von Fussballweltmeisterschaften.
Die Matrix...
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Der Schweizer Denk- und Forschungsplatz steckt in einer digitalen Revolution. Und es ist die Politik, die den Prozess begleiten könnte, müsste, sollte. Tut sie dies auch? Politiker und IT-Unternehmer Ruedi Noser über Seed Money, Swiss-ID und Shitstorms.
Von Florian Rittmeyer, Ruedi Noser

Ruedi Noser, photographiert von Thomas Burla

 
Herr Noser, Sie sind IT-Unternehmer und Nationalrat. Wie hoch ist die digitale Alphabetisierungsrate im Bundeshaus?
Um ehrlich zu sein: nicht besonders hoch. Die Haltung gegenüber den neuen Informationstechnologien und ihren Medien, die im politischen Betrieb dominiert, ist nach wie vor jene der Verweigerung. Die Politik sorgt erfolgreich dafür, dass digital affine Menschen im Parlamentsbetrieb nur ja keinen Vorteil haben. Stellen Sie sich das einmal vor: Im Ständerat...
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Von Claudia Mäder
Es muss gesagt werden,was offensichtlich ist,und koste es die Gnade der Welt:Da sind zu viele, und zu vieles der vielen ist hässlich.
Einschränken muss man die Freizügigkeit, die totaleVerwirrung der Geister durch griffige Worte, Ventiletaugen nicht,wo heisse Luft schon die Köpfe rötet und aufwüsten Wülsten als Perle glänzt,was durch geweitete Poren dringt,braucht esBademäntel.
Ohrenstöpselsind nötig,wo wohlige Wärme Herzen und...
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Niemand zu klein, ein Kulturmäzen zu sein? Mit Crowdfunding generieren amerikanische Plattformen bereits hunderte Millionen Dollar. Nun hat Rea Eggli das Konzept in die Schweiz importiert. Wer sein Projekt auf wemakeit.ch lancieren will, erfährt: ohne Mundpropaganda und Moneten läuft nichts.
Von Michael Wiederstein, Rea Eggli

Photo: Jozo Palkovits

Rea, seit Beginn des Jahres existiert die Crowdfunding-Plattform wemakeit.ch, die Kulturprojekten digital auf die Beine hilft. Im angelsächsischen Raum gibt es ähnliche Plattformen schon seit Jahren. Mit grossem Erfolg. Wieso ist die Schweiz so spät dran?
Es dauert erfahrungsgemäss eine Weile, bis solche Trends aus den USA nach Europa und in die Schweiz schwappen. Das Misstrauen ist hierzulande grösser, die Start-up-Mentalität eine andere. Wären wir vor zwei...
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Auch Schweizer träumen. Und ihre Träume haben nicht ausschliesslich mit Bank­tresoren, Alpenfestungen, Grenzkontrollen und verpasster Pünktlichkeit zu tun. Das ist nur der klassische Stoff ihrer Albträume. Die schönen Träume sind dagegen von einer Sehnsucht nach dem erfüllt, was es bei ihnen nicht zu finden gibt. Zum Beispiel von der Sehnsucht nach dem Mittelmeer.
Von Iso Camartin
Als Kind ging ich oft mit meinem Vater im Vorderrhein fischen. Wenn die Beute auf sich warten liess, wollte ich von ihm immer wissen, wo denn die Post hingelangen würde, wenn ich eine Flasche mit einer Grussbotschaft den Wellen anvertrauen würde. «Wenn du Glück hättest und deine Flasche die lange Reise überleben würde, so müsste sie jemand oben im Norden finden, nicht weit von Rotterdam, in einem Arm des Mündungsdeltas in der Nordsee.» –...
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ORT: im unplatonischen Ideenhimmel des Verfassers
ZEIT: am Tag vor St. Nimmerlein, also frühestens am Ende unseres Jahrhunderts
Von Kenneth Mauerhofer
JESUS: Engländer vortreten: Euer Nationalphilosoph steht zum Verkauf!
DER ZWEITE INTERESSENT: Was weisst du denn alles?
LOCKE: Ich habe intuitive, demonstrative und sensitive Erkenntnisse...
DER ZWEITE INTERESSENT: Beeindruckend!
LOCKE: ...und verfüge zudem über sehr viele Sätze, die wahrscheinlich richtig sind.
DER ZWEITE INTERESSENT: Toll! Du bist sicher auch in der Mathematik und in den Naturwissenschaften zu Hause?
LOCKE: Aber gewiss! (Ich weiss jedenfalls, wo ich... » Mehr
mit Srdjan Papic
Von Michael Wiederstein
Peter Bichsel hat den roten Vorhang beim Verlassen des Restaurant «Kreuz» schon vor Stunden letztmals beiseitegeschoben, sein Kollege Rolf Lappert lehnt sich in sandfarbenem Jackett abwesend über das Geländer am Fluss. Und Verleger Ricco Bilger tritt, sich höflich verabschiedend, die Heimreise nach Zürich an – Literaturtage in Solothurn, später Abend. Als ich mich zu Schriftsteller Matthias Nawrat an die Bierzeltgarnitur des links-grünen...
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