Schweizer Monat
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Im Zentrum der grossen gesellschaftlichen Probleme steht der Mensch, der sich selbst unterbietet. Peter Sloterdijk setzt der modernen schwarzen Anthropologie ein neues Narrativ entgegen. Stolz statt Neid, Grosszügigkeit statt Geiz: die neogriechische Revolution dürfte noch vor der nächsten Eiszeit kommen. Gespräch mit einem, der von sich behauptet, seine Altersradikalität komme erst noch.
Von René Scheu, Peter Sloterdijk

Peter Sloterdijk, photographiert von Giorgio von Arb

Herr Sloterdijk, beginnen wir mit einem der Hauptthemen Ihrer letzten Bücher: dem sorglosen Leben. Sie haben einmal an der Kulturlandsgemeinde in Heiden teilgenommen, der selbsternannten Landsgemeinde der appenzellischen Kulturschaffenden. In Ihrem Reisetagebuch «Zeilen und Tage» steht: «Die Idylle zwingt die Einzelheit in ihren Rahmen. Die Wiesen lachen, wie im Rhetorikkurs gelernt. Das Alphornbläserensemble verbreitet vom späteren Vormittag an unerbittliche...
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Ein kritischer Blick ins konservative Lager der Liberalen – wo man mit Fortschritt, staatlicher Nichtdiskriminierung und Demut nicht viel anfangen kann. Und lieber auf Staatshass, Ökonomismus und nationale Kollektive setzt.
Von Karen Horn

Karen Horn, photographiert von Beatríz Barragán

Um es vorwegzunehmen: der Titel dieses Artikels ist leicht irreführend. Denn der Liberalismus hat keine blinden Flecke: Die liberale Philosophie ist, im Gegenteil, ungeheuer vielseitig und vielfältig, ohne beliebig zu sein. Den «wahren Liberalismus» gibt es deshalb nicht, wohl aber Aussengrenzen, innerhalb derer ein liberaler Diskurs möglich und jenseits derer er zu etwas anderem wird. Die liberale Philosophie selbst ist universell in ihrer Reichweite und herrlich...
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Ein kritischer Blick ins soziale Lager der Liberalen – wo man mit Freihandel, EU-Kritik und Ungleichheit nicht viel anfangen kann. Und lieber auf Quoten, Bevormundung und Visionen setzt.
Von Philip Plickert
Es steht nicht günstig für den Liberalismus. Das Wort «liberal» ist in vielen Ländern fast schon ein Schimpfwort geworden. Die verschärfte Variante des Kampfbegriffs ist der «Neoliberalismus», für viele Intellektuelle ein echtes Teufelszeug. Der Neoliberalismus befürwortet angeblich eine enthemmte Wirtschaft ohne jegliche staatliche Regeln, einen kalten Kapitalismus, der nur wenigen nützt. In Amerika hat dagegen die Linke den Begriff... » Mehr
Venedig, alle zwei Jahre wieder: Jahrmarkt der Eitelkeiten. Während die Besitzer der am Pier ankernden Megayachten die Kunstpreise in die Höhe treiben, bieten zu ihren Füssen Strassenverkäufer gefälschte «Gucci»-Taschen, Sonnenbrillen, Selfiesticks und anderen Ramsch an. Längst sind Biennalen, und vor allem diejenige Venedigs, zum Durchlauferhitzer für den globalen Kunstmarkt geworden. Dem versucht sich dieses Jahr der nigerianische Chefkurator Okwui Enwezor zu widersetzen. Sein Credo: Ideen vor Ware! Was also stellt er aus? Die nahe Zukunft und – mehr noch – die Probleme unserer Welt.
Von Johannes M. Hedinger

Pier vor den Giardini der Biennale Venedig, photographiert von Johannes M. Hedinger


 
Die Hauptausstellung
Nach der gefeierten Ausgabe von 2013 lag die Latte hoch. Doch der Nigerianer Okwui Enwezor, Direktor des Hauses der Kunst München und 2002 Documenta-Leiter, vermag die Erwartungen weitgehend zu erfüllen. Mit über 20 Künstlern aus Afrika (so viele wie noch nie) wurde zudem der letzte Kontinent für den globalisierten Kunstbetrieb erschlossen. Mit Enwezor kehrt auch das Politische zurück in die Lagunenstadt. Seine Hauptausstellung...
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Kunstausstellung? Ort der bunten Völkerverständigung? Profane Touristenattraktion? Geldwaschmaschine für den globalen Art-Jetset? Ein Mangel an Definitionen für die Biennale dʼArte di Venezia herrscht nicht. Grund genug für ein wenig kunsthistorische Aufklärung.
Von Jörg Scheller

Kunstprotest ist keine Erfindung von Pussy Riot – eine italienische Künstlergruppe agitiert 1899 gegen die Ausstellungspolitik der Biennale di Venezia. Bild: ANB.

Da schau her, vier alte Bekannte haben sich in Venedig eingefunden! Theorie, Kritik, Politik und Ökonomie sind dieses Jahr die Ehrengäste bei der von Okwui Enwezor verantworteten Hauptausstellung der 56. Biennale dʼArte di Venezia. Nach allenfalls homöopathisch-kritischen Biennalen wie Bice Curigers «ILLUMInazioni» (2011) oder Massimiliano Gionis auf Wunderlichkeiten kapriziertem «Encyclopedic Palace» (2013) fährt der Direktor des Münchner...
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Die SRG kann nur per Verfassung und Konzession gebändigt werden.
Von Ronnie Grob

Ronnie Grob, photographiert von Julien Barrat

An der Vernissage des Buchs «Weniger Staat, mehr Fernsehen»1 stiessen am 23. April 2015 im Zürcher Hotel «Savoy Baur en Ville» zwei Welten aufeinander. Der Saal war voller kämpferischer und reformwilliger Liberaler, die – zusehends emotionaler werdend – begehrten, die zum Ungetüm ausgewachsene SRG endlich zu bändigen. Doch ihr Vertreter auf dem Podium, SRG-Generaldirektor Roger de Weck, blieb so stoisch wie ein alter Beamter, der schon...
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Schwache Währung. Serbelnde Volkswirtschaften. Hochverschuldete Staaten. Und in der Mitte: die Schweiz. Mit halbwegs intakten Staatsfinanzen. Leidender Exportwirtschaft. Starkem Franken. Negativzinsen. Was wäre der richtige Weg für die Alpenrepublik?
Von Beat Kappeler
Unser altes, ruhmreiches Land steht wie der junge Herkules am Scheideweg: Soll die Notenbank in den Geldschöpfungstanz der anderen westlichen Notenbanken eintreten, damit alles etwas leichter wird, oder soll sie am eigenständigen Kurs festhalten? Manche wollen den Franken wieder an den immer reichlicher geschöpften Euro oder an den Euro und Dollar zugleich anbinden, andere möchten Geld an Haushalte verteilen oder fordern ein hoheitliches Konjunkturprogramm aus Bern, wieder... » Mehr
Von Niko Stoifberg, Christina Baeriswyl
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